Einer liebt immer mehr…

Einer liebt immer mehr! Über diesen Satz sollte man mal nachdenken, ihn sich auf der Zunge zergehen lassen. Es fängt bereits beim Kennenlernen an. Meistens beginnen in dieser Phase die ersten „Interessens-Spielchen“. Wer schreibt wem zuerst? Wer meldet sich wie lange nicht und wer steht eigentlich mehr auf wen?
Kommt es einem ausgeglichen vor, dann hat man es geschafft. Wenn sich in 95 % aller Fällen schon rauskristallisiert wer mehr bereit ist zu investieren oder zu geben, dann hat man in den anderen 5 % den Jackpot getroffen, wenn man zu den Gewinnern gehört, bei denen das Interesse als ausgeglichen gilt.
Entwickelt sich das Interesse als ausgeglichen, so kann man dir gratulieren. Anfangs jedenfalls.
Auch wenn es sein kann, dass dein Held dir anfänglich den Hof macht, kann die Situation genauso schnell wieder kippen.
Wir Frauen neigen dazu uns auf Liebe und Beziehung als notwendiges Lebenselixier zu fixieren. Wir haben es irgendwie in einem unserer Urinstinkte verankert uns in die Falschen zu verlieben. Beziehugsunfähige, drogenabhängige, arbeitslose, weitwegwohnende, gefühlskrüppelige, vergebene Helden, oder eine Kombination aus diesen Typen. Kurz gesagt einfach Männer die garantiert nicht in der Lage sein werden unsere Wünsche nach Stabilität und Geborgenheit zu erfüllen. Zumindest dann nicht mehr, wenn es definiert sein soll.
Doch warum suchen sich Frauen immer wieder solche Männer und würden für ein bisschen Liebe von diesen alles tun? Wieso verkauft man sich unter Wert und macht sich kleiner als man eigentlich ist? Warum führt diese Sehnsucht nach falscher Liebe oft zu Besessenheit bis hin zu Depression und gleicht einer Liebessucht? Dieser häufig vorkommenden Sucht möchte ich in diesem Artikel auf die Spur gehen.

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Seit ich über Männer nachdenken kann, rätseln Frauen über das angeblich unlogische Verhalten männlicher Erdbewohner. „Er will es sicher langsam angehen lassen, er hat Angst verletzt zu werden, er macht eine schwere Phase durch, wenn die zu Ende ist, entscheidet er sich für mich, trennt sich, heiratet mich, liebt mich…“

Alles Quatsch! Zeitverschwendung!!!
Fakt ist: Wer einen will, lässt es einen auch wissen. Sonst steht er wohl nicht 100 % auf dich. Schluss mit schmachten und warten, es wird Zeit die Liebessucht zu bekämpfen.

Warum hast du dieses Talent dich selbstzerstörerisch aufzugeben und dich vom einen Drama in das nächste Unglück zu stürzen? Was hat Masochismus und Selbstverletzung mit Liebe zu tun? Fakt ist, dass Liebe (aufrichtige Liebe) viel zu oft verwechselt wird. Liebessüchtige denken oft, dass die Intensität der Liebe nur am eigenen aufopferungsvollen Leiden gemessen werden kann. Je mehr man für eine Beziehung leidet, desto größer muss die angebliche Liebe sein. Denn würden wir den Traumprinzen nicht so sehr lieben, würden wir uns unter dem Verlust oder der Abwesenheit des Helden nicht so leiden. Je weiter die Liebe entfernt ist, desto mehr wird gelitten, weil es ohne diese Liebe einsam, verlassen und traurig scheint. Je stärker das Leid, desto höher die Abhängigkeit.
Frauen die unter der Liebeskrankheit leiden haben einen beachtlich langen Atem. Würden sie mit diesem Atem einen Marathon laufen, hätten sie Spitzenzeiten. Auch das auserwählte Mannbild scheint sich immer zu wiederholen. Sind es doch meistens die gleichen Typen Mann die dein Herz im Sturm erobern.

– Männer, die sich unerreichbar geben
– Männer, die von sich selbst behaupten beziehungsunfähig zu sein
– Männer, die das Gefühl vermitteln alles außer dir ist wichtig
– Männer, die den Anschein erwecken nur SIE können dich glücklich machen
– Männer, die oft selber von der Liebe enttäuscht/verletzt wurden
– Männer, die gebunden sind
– Gefühlskrüppel
– Männer, die das Helfersyndrom auslösen

Warum brauchst du dieses Drama? Warum redest du dir ein ihn haben zu müssen um glücklich zu sein?
Mal wieder hast du so eine Sorte Mann geangelt und bekommst panische Angst davor ihn zu verlieren, noch bevor es mit euch angefangen hat. Auch der Ablauf eurer Beziehung ist dir bereits vorher vollkommen bekannt.

Phase 1: Himmel voller Geigen

Du befindest dich im 7. Himmel, es könnten nicht mehr Schmetterlinge im Bauch sein. Endlich ist er da, der Richtige. Alles wird nun anders als je zuvor. Du hast die große, wahre Liebe endlich gefunden.

Phase 2: Fixierung

Der Sex ist der Hammer und ihr schwimmt auf der gleiche Wellenlänge. Du willst ihn vermehrt sehen und treffen. Auch eine feste Bindung kommt dir in den Sinn.

Phase 3: Erster Frust

Du bist nun zum ersten Mal frustriert, denn er gibt sich weniger Mühe als du. Du fängst an Forderungen zu stellen und hast plötzlich Erwartungen die enttäuscht wurden. Du vernachlässigst deine eigenen Interessen, denn plötzlich ist nichts wichtiger als ER!

Phase 4: Antriebslosigkeit

Die erste antriebslose Phase setzt ein. Du fragst dich, ob du eine leichte Depression hast. dein Held hat sich derweilen zurückgezogen und meldet sich weniger als anfänglich. Du hoffst noch immer, dass er sich bald öffnet und Gefühle zeigt. Langsam verspürst du erste Unsicherheiten über seine Gefühle zu dir. Deine Bedürfnisse von Kontrolle und Spionage wachsen.

Phase 6: Agggggggression

Du kannst deine Enttäuschung und Wut nicht mehr kontrollieren. Dein Leben ist traurig und verlassen. Dein Held beendet eure Beziehung.

Phase 7: Teufelskreis

Du kennst die Situation. Schließlich war sie dir auch schon vor deinem Held bekannt. Du versuchst ihn zurückzugewinnen, flehst ihn an, dass er euch eine Chance geben soll. Er sagt, dass er das zur Zeit nicht kann. Er müsse sein Leben erstmal sortieren und in die richtige Bahn bringen. Und was machst du? Du bist so dumm und rennst ihm noch hinterher. Du bist so verzweifelt, dass er dich verlassen hat, dass du ihn anflehst seine Entscheidung auf jeden Fall zu überdenken.

Ganz ehrlich, wenn Liebe anfängt so weh zu tun, weil einer mehr liebt als der andere, solltest du gehen. Die Liebe ist auch mit einem solchen Partner einsam, da der Wunsch nach Verbindlichkeit immer unerfüllt bleiben wird.
Warum im Wartezimmer sitzen? Du gehörst nicht auf’s Abstellgleis. Geh deinen Weg, nicht seinen. Du hast es in der Hand und die Wahl dich für einen Weg zu entscheiden. Mach dich nicht ständig kleiner als du eigentlich wirklich bist. Alles was sich abspielt passiert nur solange du es zulässt. Auch wenn deine Vergangenheit dich gefickt hat, die Gegenwart und Zukunft entscheidest du.
Was das innere Kind und unser Helfersyndrom damit zu tun hat und wie man aus der Liebessucht rauskommt könnt ihr bald im zweiten Teil lesen. Bis dahin lasst euch nicht unterbuttern. Selbstschutz und Selbstwert heißt das Zauberwort. Wir sind keine Jamba-Tassen die es nötig haben zu sagen: „Immer 2 Mal mehr wie du….“

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