Einer liebt immer mehr #2

IMG_1103Im zweiten Teil meiner Erkenntnisse zu „Einer liebt immer mehr“ möchte ich etwas genauer auf die Ursachen der so genannten „Liebessucht“ eingehen. Das Problem mit den Gefühlskrüppeln, denen wir immer wieder begegnen und die wir so „ungewollt“ anziehen, liegt nämlich in uns! Das Problem liegt nicht in den ausgewählten Partnern, sondern in uns selbst.

„Was hat es denn bitte mit mir zu tun, dass ich ständig an bindungsunfähige Männer gerate“. Die Lösung liegt näher als gedacht.

Die Männer die du dir suchst haben nämlich exakt die gleichen Bindungsängste wie du auch. „Ich habe doch keine Bindungsängste“, „Ich will nichts sehnlicher als eine feste und liebevolle Beziehung voller Zuneigung und Nähe“, sagst du. Das denkst du doch, habe ich Recht?

Die Frage die du dir stellen solltest lautet: Warum suche ich mir DANN immer die Sorte Mann, die ein emotionaler Volllaffe ist und schon beim Wort Nähe die Flucht ergreift?

Ganz einfach, du hast selbst ein Problem mit Nähe!

Du weißt vielleicht noch nichts davon, aber deine Männerwahl wird von DEINER Bindungsangst beeinflusst. In der Auswahl deiner emotionalen Krüppel kannst du nämlich sicher sein, dass dir diese Sorte Mann niemals zu nahekommen wird. Du musst dich gar nicht voll und ganz auf jemanden einlassen, obwohl du doch behauptest es sei dein sehnlichster Wunsch. Du gehst noch immer davon aus, dass die größte deiner Ängste die Angst vor dem Verlassen werden ist. Deine unbewusste Angst ist jedoch, dass dir jemand zu nahekommen könnte. Während du denkst, dass du nach einer festen Bindung suchst, gehst du in Wirklichkeit laufen, wenn sie dir jemand auf dem Silbertablett anbietet. Du wüsstest nicht, wie du damit umgehen sollst. Du erinnerst dich doch sicherlich noch an diesen netten, tollen Typ, der dir sooooooo viel Zuwendung und Liebe gegeben hat. Warst du nicht die Person, die sich plötzlich so unwohl gefühlt hat, die sich überrannt und eingeengt gefühlt hat und das Weite ergriffen hat? Ertappt!

Da sind sie, die zwei Ängste, die unser Liebesleben so selbstzerstörerisch werden lassen. Zum Einen die bewusste Angst vor dem Verlassen werden, zum Anderen die unbewusste Angst vor zu viel Nähe. Du willst unbedingt eine feste Liebesbeziehung und kannst dann zu viel Nähe nicht mehr aushalten (wenn auch unbewusst).

Sehr gut, wir haben also jetzt herausgefunden warum du dir immer einen Partner suchst, der dir diese stabile Nähe garantiert nicht geben kann.

Du glaubst mir nicht? Dann erinnere dich doch daran wie deine letzte „Beziehung“ zu einem Mann gelaufen ist.

Du hast Horst kennengelernt. Seine unnahbare Art hat dich unfassbar angezogen. Er hatte natürlich das „gewisse Etwas“, war „der Eine“. Horst gefällt es, wie du ihn anhimmelst. Sein Ego steigt ins Unermessliche und er hat sich noch nie so wertvoll gefühlt. Dir reicht es plötzlich nicht mehr ihn nur leise anzuhimmeln, du willst ihn öfter sehen uns stellst Forderungen, versuchst ihn zu verändern. Er zieht sich zurück und plötzlich sind ihm alle anderen Dinge wichtiger als DU. Das verletzt dich, du fühlst große Zurückweisung. Doch statt zu gehen, fängst du an zu klammern. Dein Stolz meldet sich irgendwann zu Wort und du verbietest dir, ihm nachzurennen. Nein, du hast dir eine viel tollere Taktik ausgedacht. „Tja, ich melde mich jetzt eine Woche nicht, dann sieht er was er davon hat“, denkst du. Es fällt dir furchtbar schwer diesen Plan durchzuhalten, doch du schaffst es. Horst findet dein Verhalten plötzlich komisch und startet den zaghaften Versuch eines Lebenszeichens bei dir. Auf deinem Handy ploppt eine SMS auf: „Hallo, wie geht es dir? Gruß, Horst“. Naja gut, dieser Kontaktversuch ist nicht ganz der den du dir erträumt hattest, aber es ist ein Zeichen. Päääääääääääääng! Du bist wieder auf den Zug aufgesprungen und fährst mit voller Geschwindigkeit gegen eine Mauer. Natürlich bist du auf den Zug aufgesprungen, denn du hattest ja nicht wirklich vor dich zurückzuziehen. Das war ja alles taktisch geplant. „Er vermisst mich und hat erkannt, dass er mich braucht“, denkst du. Schon fließen alle deine Energien wieder in dein wichtigstes Projekt – Horst. Und was macht der (Voll-) Horst? Er ist so erschrocken über diese Nähe, dass er erneut anfängt sich davor zu verstecken. Er weiß ja, dass er das alles nicht erfüllen kann und will. Ein Teufelskreis! Du heulst die Kissen voll, bist mal wieder abserviert worden und verstehst mal wieder die Gründe dafür nicht. Du konntest wieder nicht erfahren wonach du eigentlich suchst – dieser Liebe.

Und jetzt wird es interessant. Horst und du habt nämlich beide Ängste. Du, die Angst vor dem Verlassen werden und Horst die Angst vor Nähe. In eurem Unterbewusstsein ist das jedoch gegenteilig der Fall. Unterbewusst leidest du an der Angst vor Vereinnahmung und Nähe und Horst kann die Angst vor dem Verlassen werden nicht aushalten. Gleiche Angst, nur auf anderen Ebenen.

Ihr sucht euch also ganz BEWUSST gegenseitig aus. Warum? Na, weil ihr keine Bedrohung für den Anderen und eure unterbewussten Ängste darstellt. Du weißt, dass Horst dir niemals zu nahkommen wird und Horst weiß, dass du ihn niemals verlassen würdest. Warum ist das so?

Nach langer Recherche habe ich einen auslösenden Faktor dafür gefunden. Er liegt in uns. In unserem inneren Kind. Je mehr Leid unsere Kindheit mit sich brachte, desto stärker ist der Drang diesen Schmerz erneut erleben zu müssen. Du willst diesen Schmerz endlich überwinden.

In unserer Kindheit kann es zu verschiedensten schmerzlichen Erfahrungen gekommen sein. Das kann eine schlimme Kindheit im Elternhaus sein (Alkoholismus, Gewalt, Missbrauch…), aber auch Erfahrungen mit Freunden, oder andere traumatische Erlebnisse die nicht in direktem Zusammenhang mit der Familie stehen müssen.

Dieses individuelle traumatische Erlebnis schreit jetzt danach geheilt zu werden. Unser inneres Kind hat mehr Einfluss auf die Partnerwahl, als vielleicht bisher angenommen. Viele von euch stellen sich immer die gleiche Frage: Bin ich wertvoll?

Bei der Partnerwahl zieht dich eine Kraft dann immer dahin, wo das ganze Kindheitstrauma noch mal erlebt und verarbeitet werden kann. Doch dein vermeintlicher Traumprinz kennt auf deine Fragen auch keine Antworten und verstärkt den erlebten Schmerz noch mehr.

Das Problem ist jedoch nicht der Mann, er ist nur der Auslöser. Die Wurzel des Problems liegt nicht in ihm, sondern in dir. Es mag blöd klingen, aber du bist die Person, auf die du immer gewartet hast. Die Energie die du in deine Liebesbeziehungen steckst, solltest du in dich stecken. Es können noch so viele Partner kommen. Solange du dir selbst nicht die Liebe gibst die du verdienst, wird es kein anderer tun. Du bist die Veränderung, die du in deinem Leben brauchst.

Gönne dir Auszeiten.

– Du bist der Mittelpunkt in deinem Leben, nicht dein Partner.

– Ertappst du dich beim Klammern sag dir selbst: Gesunde Liebe ist nicht zwanghaft!

-Tritt mal auf die Bremse, nicht aufs Vollgas. Wenn alles danach schreit ihm hinterherzurennen, erinnere dich an die Bremse und tu das Gegenteil. Du bist mehr WERT!

– Hör auf zu warten. Such dir etwas, dass dich glücklich macht. Fang an zu stricken, lern eine neue Sprache, schreib einen Blog 😉 Du hast deine eigenen Projekte in die du deine Energie stecken kannst.

-Verbrenne dich nicht an einseitiger Liebe. Ein Herz welches nicht genauso fühlt wie deins, bleibt unerreichbar. Liebe ist zwanglos.

Merke: Kein Mann der Welt kann die Leere füllen die du fühlst, auch wenn er es noch so sehr wollte. DU musst die Leere in dir füllen.

Und jetzt steh auf und mach dir eine Liste mit Projekten die du unbedingt angehen willst. Du füllst dein Leben mit tollen Ideen, kein anderer. Kopf hoch, Krone richten, weiter geht’s!

Du wirst merken, dass es sich bald selbstverständlich anfühlen wird sein eigenes Projekt zu sein. Und vergiss dabei nicht, dass du alleine die Veränderung bist, die dein Leben grade braucht! Und jetzt sag Tschööööö zu all den (Voll-) Horsten! Haltet die Ohren steif meine Ladies :-*

Einer liebt immer mehr…

Einer liebt immer mehr! Über diesen Satz sollte man mal nachdenken, ihn sich auf der Zunge zergehen lassen. Es fängt bereits beim Kennenlernen an. Meistens beginnen in dieser Phase die ersten „Interessens-Spielchen“. Wer schreibt wem zuerst? Wer meldet sich wie lange nicht und wer steht eigentlich mehr auf wen?
Kommt es einem ausgeglichen vor, dann hat man es geschafft. Wenn sich in 95 % aller Fällen schon rauskristallisiert wer mehr bereit ist zu investieren oder zu geben, dann hat man in den anderen 5 % den Jackpot getroffen, wenn man zu den Gewinnern gehört, bei denen das Interesse als ausgeglichen gilt.
Entwickelt sich das Interesse als ausgeglichen, so kann man dir gratulieren. Anfangs jedenfalls.
Auch wenn es sein kann, dass dein Held dir anfänglich den Hof macht, kann die Situation genauso schnell wieder kippen.
Wir Frauen neigen dazu uns auf Liebe und Beziehung als notwendiges Lebenselixier zu fixieren. Wir haben es irgendwie in einem unserer Urinstinkte verankert uns in die Falschen zu verlieben. Beziehugsunfähige, drogenabhängige, arbeitslose, weitwegwohnende, gefühlskrüppelige, vergebene Helden, oder eine Kombination aus diesen Typen. Kurz gesagt einfach Männer die garantiert nicht in der Lage sein werden unsere Wünsche nach Stabilität und Geborgenheit zu erfüllen. Zumindest dann nicht mehr, wenn es definiert sein soll.
Doch warum suchen sich Frauen immer wieder solche Männer und würden für ein bisschen Liebe von diesen alles tun? Wieso verkauft man sich unter Wert und macht sich kleiner als man eigentlich ist? Warum führt diese Sehnsucht nach falscher Liebe oft zu Besessenheit bis hin zu Depression und gleicht einer Liebessucht? Dieser häufig vorkommenden Sucht möchte ich in diesem Artikel auf die Spur gehen.

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Seit ich über Männer nachdenken kann, rätseln Frauen über das angeblich unlogische Verhalten männlicher Erdbewohner. „Er will es sicher langsam angehen lassen, er hat Angst verletzt zu werden, er macht eine schwere Phase durch, wenn die zu Ende ist, entscheidet er sich für mich, trennt sich, heiratet mich, liebt mich…“

Alles Quatsch! Zeitverschwendung!!!
Fakt ist: Wer einen will, lässt es einen auch wissen. Sonst steht er wohl nicht 100 % auf dich. Schluss mit schmachten und warten, es wird Zeit die Liebessucht zu bekämpfen.

Warum hast du dieses Talent dich selbstzerstörerisch aufzugeben und dich vom einen Drama in das nächste Unglück zu stürzen? Was hat Masochismus und Selbstverletzung mit Liebe zu tun? Fakt ist, dass Liebe (aufrichtige Liebe) viel zu oft verwechselt wird. Liebessüchtige denken oft, dass die Intensität der Liebe nur am eigenen aufopferungsvollen Leiden gemessen werden kann. Je mehr man für eine Beziehung leidet, desto größer muss die angebliche Liebe sein. Denn würden wir den Traumprinzen nicht so sehr lieben, würden wir uns unter dem Verlust oder der Abwesenheit des Helden nicht so leiden. Je weiter die Liebe entfernt ist, desto mehr wird gelitten, weil es ohne diese Liebe einsam, verlassen und traurig scheint. Je stärker das Leid, desto höher die Abhängigkeit.
Frauen die unter der Liebeskrankheit leiden haben einen beachtlich langen Atem. Würden sie mit diesem Atem einen Marathon laufen, hätten sie Spitzenzeiten. Auch das auserwählte Mannbild scheint sich immer zu wiederholen. Sind es doch meistens die gleichen Typen Mann die dein Herz im Sturm erobern.

– Männer, die sich unerreichbar geben
– Männer, die von sich selbst behaupten beziehungsunfähig zu sein
– Männer, die das Gefühl vermitteln alles außer dir ist wichtig
– Männer, die den Anschein erwecken nur SIE können dich glücklich machen
– Männer, die oft selber von der Liebe enttäuscht/verletzt wurden
– Männer, die gebunden sind
– Gefühlskrüppel
– Männer, die das Helfersyndrom auslösen

Warum brauchst du dieses Drama? Warum redest du dir ein ihn haben zu müssen um glücklich zu sein?
Mal wieder hast du so eine Sorte Mann geangelt und bekommst panische Angst davor ihn zu verlieren, noch bevor es mit euch angefangen hat. Auch der Ablauf eurer Beziehung ist dir bereits vorher vollkommen bekannt.

Phase 1: Himmel voller Geigen

Du befindest dich im 7. Himmel, es könnten nicht mehr Schmetterlinge im Bauch sein. Endlich ist er da, der Richtige. Alles wird nun anders als je zuvor. Du hast die große, wahre Liebe endlich gefunden.

Phase 2: Fixierung

Der Sex ist der Hammer und ihr schwimmt auf der gleiche Wellenlänge. Du willst ihn vermehrt sehen und treffen. Auch eine feste Bindung kommt dir in den Sinn.

Phase 3: Erster Frust

Du bist nun zum ersten Mal frustriert, denn er gibt sich weniger Mühe als du. Du fängst an Forderungen zu stellen und hast plötzlich Erwartungen die enttäuscht wurden. Du vernachlässigst deine eigenen Interessen, denn plötzlich ist nichts wichtiger als ER!

Phase 4: Antriebslosigkeit

Die erste antriebslose Phase setzt ein. Du fragst dich, ob du eine leichte Depression hast. dein Held hat sich derweilen zurückgezogen und meldet sich weniger als anfänglich. Du hoffst noch immer, dass er sich bald öffnet und Gefühle zeigt. Langsam verspürst du erste Unsicherheiten über seine Gefühle zu dir. Deine Bedürfnisse von Kontrolle und Spionage wachsen.

Phase 6: Agggggggression

Du kannst deine Enttäuschung und Wut nicht mehr kontrollieren. Dein Leben ist traurig und verlassen. Dein Held beendet eure Beziehung.

Phase 7: Teufelskreis

Du kennst die Situation. Schließlich war sie dir auch schon vor deinem Held bekannt. Du versuchst ihn zurückzugewinnen, flehst ihn an, dass er euch eine Chance geben soll. Er sagt, dass er das zur Zeit nicht kann. Er müsse sein Leben erstmal sortieren und in die richtige Bahn bringen. Und was machst du? Du bist so dumm und rennst ihm noch hinterher. Du bist so verzweifelt, dass er dich verlassen hat, dass du ihn anflehst seine Entscheidung auf jeden Fall zu überdenken.

Ganz ehrlich, wenn Liebe anfängt so weh zu tun, weil einer mehr liebt als der andere, solltest du gehen. Die Liebe ist auch mit einem solchen Partner einsam, da der Wunsch nach Verbindlichkeit immer unerfüllt bleiben wird.
Warum im Wartezimmer sitzen? Du gehörst nicht auf’s Abstellgleis. Geh deinen Weg, nicht seinen. Du hast es in der Hand und die Wahl dich für einen Weg zu entscheiden. Mach dich nicht ständig kleiner als du eigentlich wirklich bist. Alles was sich abspielt passiert nur solange du es zulässt. Auch wenn deine Vergangenheit dich gefickt hat, die Gegenwart und Zukunft entscheidest du.
Was das innere Kind und unser Helfersyndrom damit zu tun hat und wie man aus der Liebessucht rauskommt könnt ihr bald im zweiten Teil lesen. Bis dahin lasst euch nicht unterbuttern. Selbstschutz und Selbstwert heißt das Zauberwort. Wir sind keine Jamba-Tassen die es nötig haben zu sagen: „Immer 2 Mal mehr wie du….“